Inhalt
  • ---
  • effion Erste-Hilfe
  • Förderservice
  • ---

Wie werden aus Häusern kleine Kraftwerke?


Plusenergie Sie möchten ein Haus haben, das möglichst wenig Energie verbraucht? Das ist gut. Aber vielleicht denken Sie noch einen ganzen Schritt weiter. Dann machen aus Ihrem Haus keins, das weniger Energie verbraucht, sondern eins, dass mehr Energie produziert als verbraucht. Solch ein Haus ist keine Utopie, sondern technisch machbar, und es nennt sich Energieeffizienzhaus-Plus. Als Weiterentwicklung des Passivhauses erzielen Plusenergiehäuser derzeit weltweit die besten Energiewerte für Gebäude. So ein Energieeffizienzhaus-Plus ist wie ein kleines Kraftwerk, das seine Bewohner mit aller nötigen Energie versorgt und zusätzlich noch einen Überschuss produziert. Mit dieser positiven Energiebilanz übertrifft es jeden bisherigen Standard.

Wie sieht ein typisches Energieeffizienzhaus-Plus aus?

  • Solaranlagen: Um übers Jahr verteilt mehr für die Heizung und den Stromverbrauch nutzbare Energie zu produzieren, als zu verbrauchen, nutzt das Energieeffizienzhaus-Plus die einzige Form von Energie, die an jedem Tag und an jedem Ort frei und reichlich zur Verfügung steht: die Sonnenenergie. Diese Energie wird vom Energieeffizienzhaus-Plus passiv und aktiv genutzt. Für die passive Nutzung ist die besondere Bauweise des Hauses verantwortlich. Zu ihr können beispielsweise große und nach Süden ausgerichtete Fenster gehören, durch die die Sonne das jeweilige Zimmer direkt erwärmt. Für die aktive Nutzung benötigen Sie eine möglichst großflächige Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sowie solarthermische Kollektoren. Während die Photovoltaikanlage den Strom produziert, erwärmt die Solarthermie-Anlage das Brauchwasser für die Heizung und Warmwasser im Haus.
  • Dämmung und Wärmespeicherung: Die gesamte Gebäudehülle Ihres Energieeffizienzhaus-Plus wird wärmebrückenfrei gedämmt und dicht abgeschlossen. Dadurch geht die im Haus produzierte Wärme so gut wie gar nicht verloren. Die permanente Frischluftzufuhr fürs Haus wird über ein Lüftungssystem garantiert. Sie müssen also nicht mit geöffneten Fenstern lüften, was wiederum einen Wärmeverlust im Haus bedeuten würde. Auch die Innenwände tragen dazu bei, dass Ihr Haus zum Energieeffizienzhaus-Plus wird. An ihnen werden Platten aus so genanntem Phase Changing Material angebracht. Es kann Wärme sehr gut speichern und gibt sie dann ab, wenn sie benötigt wird.
  • Energieverbrauch: Auch das beste Energieeffizienzhaus-Plus ist letztlich auch ein Stück weit von Ihrem Energieverbrauch abhängig. Wenn all Ihre Elektrogeräte etwa alte Stromfresser sind, wird auch Ihr Energieeffizienzhaus-Plus keinen Überschuss an Strom mehr produzieren. Achten Sie also auf moderne energiesparende Geräte und auf eine energiebewusste Verhaltensweise.

 

Plusenergiehäuser sind Realität

Bewohner der Solarsiedlung Freiburg leben bereits in Plusenergiehäusern. Jedes dieser Häuser produziert durchschnittlich pro Quadratmeter und Jahr 36 Kilowattstunden (kWh) Energie. In der Energiebilanz steht also bei einem 100-Quadratmeter-Haus ein Plus von 3600 kWh Energie. Laut Mitteilung der Energieagentur NRW aus dem Jahr 2006 ist das mehr, als etwa die Menge an Strom, die ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt verbraucht. Das bedeutet: Eins der Freiburger Plusenergiehäuser kann nicht nur sich selbst, sondern theoretisch zusätzlich einen Zwei-Personen-Haushalt außerhalb des Hauses mit Energie versorgen, während selbst ein Passivhaus noch bis zu 120 kWh/m²a (pro Quadratmeter und Jahr) verbraucht.