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Ein Passivhaus ist viel zu teuer?


Passivhaus Wenn Sie besonders hohe Anforderungen an die Energieeffizienz Ihres Hauses stellen, planen Sie vielleicht ein Passivhaus. Passivhäuser werden so gebaut, dass sie beispielsweise die direkte Sonneneinstrahlung ebenso optimal nutzen wie die von den Bewohnern des Hauses und von elektrischen Geräten abgestrahlte Wärme. Dadurch benötigen Passivhäuser nur noch in sehr geringem Maße ein konventionelles Heizsystem. Der Energieverbrauch liegt beim Passivhaus deshalb weit unterhalb der meisten anderen Energiesparhäuser.

Wann ist ein Haus ein Passivhaus?

Für den zulässigen Energieverbrauch eines Passivhauses hat sich der Standard des Passivhaus-Instituts aus Darmstadt durchgesetzt. Bei einem Passivhaus nach diesem Standard darf zum Beispiel der Heizwärmebedarf die Menge von 15 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr nicht übersteigen. Bisweilen wird das Passivhaus auch 1,5-Liter-Haus genannt. Das bedeutet: Pro Jahr und Quadratmeter benötigen Sie etwa 1,5 Liter Heizöl oder eine adäquate Menge eines anderen Energieträgers für die Beheizung Ihres Hauses.

Haben auch Sie Vorurteile gegen das Passivhaus?

Sie werden bisweilen auf vorschnell gefasste Meinungen über Passivhäusern treffen. "Der Bau eines Passivhauses sei zu teuer", sagen die einen. Andere bemängeln eine zu intensive Wartung oder befürchten durch die hohe Luftdichtheit einen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Auf Innovationen wird gar nicht so selten mit Ammenmärchen reagiert. Als in Deutschland die erste Eisenbahn fuhr, befürchteten selbst einige Ärzte, die "rasende" Geschwindigkeit von bis zu vierzig Stundenkilometern könnte bei Passagieren zu Hirnschäden führen. Auch das Passivhaus ist eine Innovation und es wird Zeit, mit einigen Ammenmärchen aufzuräumen:
  • Passivhäuser sind viel zu teuer? Im Durchschnitt kostet ein Passivhaus tatsächlich etwa fünf bis zehn Prozent mehr als ein konventioneller Bau. Nach „viel zu teuer“ klingt das schon einmal nicht. Berücksichtigt man daneben noch finanzielle Förderungen (beispielsweise der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW), werden die anfänglichen Investitionen für Ihr Passivhaus weiter gesenkt.
  • Die Wartungskosten beim Passivhaus sind höher: In der Regel werden für den Bau von Passivhäusern qualitativ besonders hochwertige Baustoffe verwendet. Dadurch steigt die Stabilität und Langlebigkeit der einzelnen Komponenten des Hauses.
  • Passivhaus ist doch wieder nur so ein Marketingbegriff: Mit der Entwicklung und Untersuchung von Techniken für Häuser mit Passivhausstandard beschäftigen sich renommierte wissenschaftliche Institute in verschiedenen Ländern. Beispiel dafür ist etwa das länderübergreifende Projekt Enerbuild im Alpenraum.

Passivhäuser setzen besonders hohe Standards bei der Energieeffizienz von Häusern. Wenn Ihr Haus diesen Standards genügt, schonen Sie damit die natürlichen Ressourcen dieses Planeten und reduzieren die eigenen Energiekosten zugleich auf ein Minimum. Wir glauben, das könnte sich für Sie lohnen. 


Passivhaus - mehr Behaglichkeit, weniger Energieverbrauch!

Ein Passivhaus verspricht Ihnen auf Dauer eine extreme Senkung der Energiekosten, da das Passivhaus zu den Hauskonzepten mit besonders niedrigem Energieverbrauch gehört. Laut Definition des Passivhaus-Instituts in Darmstadt liegt:

  • der Heizwärmebedarf eines Passivhauses bei 15 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Das bedeutet: Pro Jahr und Quadratmeter benötigen Sie etwa 1,5 Liter Heizöl oder eine adäquate Menge eines anderen Energieträgers für die Beheizung Ihres Hauses.
  • der Primärenergiebedarf für Heizung/Lüftung/Warmwasser und Haushaltsstrom bei 120 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Bei Bestandsgebäuden beträgt dieser Wert häufig deutlich über 400 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche.

Zu den Eigenschaften eines Passivhauses gehören darüber hinaus eine wärmebrückenfreie und luftdichte Konstruktion sowie eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Bei einem so genannten Drucklufttest (Blower Door Test) erreicht ein Passivhaus einen Wert von 0,6 h-1. Dieser Wert beschreibt den Austausch der Luft im Rauminneren durch Außenluft innerhalb einer Stunde. Höhere Werte sprechen für ein schlecht abgedichtetes Haus.

Was kostet ein Passivhaus und welche Einsparungen bringt es?

Im Rahmen einer Studie hat das Energiereferat Frankfurt einmal die Kosten für ein 162 Quadratmeter großes Passivhaus und ein ebenso großes Haus nach EnEV 2009 miteinander verglichen. Dabei hat sich gezeigt:

  • Die Anfangsinvestitionen für das Passivhaus liegen bei 1.914 Euro pro Quadratmeter und beim Haus nach EnEV 2009 bei 1.784 Euro pro Quadratmeter. Das ergibt beim Passivhaus Baukosten in Höhe von etwa 310.000 Euro und beim Haus nach EnEV 2009 von etwa 289.000 Euro.
  • Die Bauherren können beim Passivhaus mit einem zinsgünstigen KfW-Kredit in Höhe von 50.000 Euro ausgehen, der beim Bau eines EnEV 2009 – Hauses nicht ausgezahlt wird.
  • Der Energiebedarf für Wärme und Warmwasser ist im Passivhaus bedeutend niedriger. 1.686 Kilowattstunden pro Jahr stehen hier 12.709 Kilowattstunden im Jahr beim EnEv 2009 – Haus gegenüber.

Beim Passivhaus werden zudem oftmals qualitativ höherwertigere Baustoffe verwendet, was die zusätzlichen Baukosten relativiert. Die Langlebigkeit des Hauses steigt, Sanierungen werden später als bei anderen Häusern nötig.

Welche Vorteile bringt Ihnen ein Passivhaus?

Hauptsächlich passive Beheizung: Wie bereits erwähnt, wird bei Passivhäusern auch die Wärme elektrischer Geräte und der Bewohner im Haus ausgenutzt. Im Prinzip funktioniert das wie bei einer Thermoskanne, in der Kaffee warm gehalten wird. Die Dämmung des Passivhauses hält die Wärme weitgehend im Inneren. Sie geht nur wenig durch Transmission verloren, sodass Ihr Haus fast komplett durch die Energie der elektrischen Geräte, anwesenden Personen und Sonnenenergie durch die Fenster beheizt wird. Für ein zwanzig Quadratmeter großes Zimmer könnten beispielsweise zwei der alten 100- Watt- Lampen ausreichen, um behagliche Wärme zu erzeugen, oder nehmen sie doch einfach 7 Teelichter.

Hoher Wohnkomfort: Im Sommer ein Fenster zu öffnen, um den Sommertag ins Haus zu lassen, ist ein herrliche Sache. Darauf müssen Sie auch im Passivhaus nicht verzichten. Aber Sie könnten es tun. Die Lüftungsanlage des Hauses sorgt für einen ausreichenden Luftwechsel, beseitigt Gerüche im Haus und lässt mindestens dreißig Kubikmeter Frischluft pro Person in jeder Stunde einströmen. Dabei handelt es sich um frische, gefilterte und hygienische Luft, die auch für Allergiker bestens geeignet ist. Sie werden in Ihrem Passivhaus darüber hinaus auf keine kalten Wände treffen und die Gefahr von Feuchte oder Schimmel ist praktisch nicht gegeben. Zugluft müssen Sie in Passivhäusern ebenfalls nicht fürchten.

Nachhaltigkeit und Effizienz: Passivhäuser werden auch 1,5 Liter – Häuser genannt. Das bedeutet: Man kann sie mit etwa 1,5 Litern Öl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr oder einer vergleichbaren Menge eines anderen Energieträgers beheizen. Durch diesen geringen Energiebedarf sparen Sie Kosten und Ihr Heizen produziert kaum umweltschädliches Kohlendioxid (CO2). Einen großen Teil der benötigten Energie können Sie zudem durch Anlagen für regenerative Energien wie etwa Solaranlagen gewinnen.

Unkompliziertheit: Sie müssen nicht tausend Dinge beachten, damit Ihr Passivhaus das tut, was es tun soll: Energie sparen. Es funktioniert praktisch von selbst. Genießen Sie einfach die Behaglichkeit in Ihrem Haus.

Individualität: Der Begriff „Passivhaus" beschreibt nur den Energiestandard eines Hauses. Ein Passivhaus zu bauen, bedeutet daher kaum Einschränkungen bei der Art des Hauses, das Sie bauen möchten. Ein Designhaus ist ebenso möglich wie ein Passiv-Reihenhaus. Beispiele für Passivhäuser finden Sie unter anderem auf der Seite www.Passiv.de.

Kann aus einem Altbau ein Passivhaus werden?

Die Antwort ist einfach: ja! Mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen kann Ihr Altbau den Passivhausstandard erreichen. Das bedeutet dann, dass Sie auch bei Ihrem Altbau nur 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr fürs Heizen benötigen. Bei der möglichen Umwandlung Ihres Altbaus in ein Passivhaus sollten Sie jedoch sorgfältig kalkulieren und auf der Basis dieser Kalkulation entscheiden, ob sich die Umwandlung lohnt. Kosteneffizienz und Wirtschaftlichkeit sind schließlich wichtige Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen ein Passivhaus. Falls sich eine Komplettsanierung nicht lohnt, kommen vielleicht einzelne Passivhaus-Komponenten in Frage. Der Zeitaufwand und die Kosten, um Ihren Altbau um Passivhaus-Komponenten zu bereichern, sind meistens nur gering. Die Wertsteigerung des Gebäudes ist dafür aber deutlich höher.

Die Wertsteigerung spiegelt sich vor allem bei der Vermietbarkeit wieder, wer möchte nicht eine Immobilie bewohnen, in der Nebenkosten zur Nebensache werden. Als Hausbesitzer dürfte Ihnen die Vermietung dadurch deutlich einfacher fallen.