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Was ist eigentlich die EnEV?


EnEV Möglicherweise wünschen Sie sich ja einen guten Rechtsanwalt mit dem Fachgebiet Baurecht an Ihrer Seite, wenn Sie ein Haus bauen, umbauen oder sanieren? Ganz einfach ist das deutsche Baurecht nämlich nicht. Teil dieses Rechts ist die EnEV, die Energieeinsparverordnung. Sie definiert Vorgaben, die Ihr Haus oder auch einzelne Bauteile Ihres Hauses zu erfüllen haben, und sie gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und für bestimmte Betriebsgebäude. So ganz kommen Sie als Bauherr oder als Sanierer also nicht um einen Blick auf bestehende Gesetze herum. Aber vielleicht funktioniert die Sache auch ohne beratenden Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Baurecht.

Wer dachte sich bloß diese Energieeinsparverordnung aus?

Die Wurzeln der Energieeinsparverordnung reichen bis in die 70er Jahre zurück. Damals wurde Deutschland mit Energiekrisen konfrontiert. Nach der ersten Krise sah der Gesetzgeber Handlungsbedarf und brachte die so genannte Wärmeschutzverordnung auf den Weg. Sie wurde mehrfach geändert und 2002 durch die erste Fassung der Energieeinsparverordnung abgelöst. Neue Varianten der EnEV mit jeweils verschärften Regeln für die Energieeffizienz eines Hauses kamen in den Jahren 2004 und 2007 heraus. Die letzte und aktuellste der EnEV ist seit dem ersten Oktober 2009 unter dem Namen EnEV 2009 in Kraft getreten. Ein kleiner Vergleich: Für nach außen zeigende Fenster und Fenstertüren mit einer Einfachverglasung (nur eine Glasscheibe im Gegensatz etwa zur Doppelverglasung) definierte die erste Wärmeschutzverordnung einen Wärmedurchgangskoeffizient von 5,2 W/(m²K) als Grenzwert. Die aktuelle EnEV 2009 gibt heute für Fenster und Fenstertüren einen Koeffizienten von 1,3 W/(m²K) vor. Dieser Koeffizient gibt grob gesagt an, wie viel Wärme durch das jeweilige Bauteil von innen nach außen dringen darf. Je höher der Wert ist, desto schlechter gedämmt ist das Bauteil und desto mehr trägt es dazu bei, dass Heizungswärme aus Ihrem Haus entweicht.

Was für eine Funktion hat ein Referenzhaus?

Die aktuelle EnEV 2009 definierte für Wohngebäude so genannte Referenzgebäude, die die Auflagen der Verordnung beispielsweise in Bezug auf maximalen Energiebedarf und maximal erlaubte Wärmeverluste erfüllen. Wenn Sie etwa ein Haus neu bauen, wird Ihr Neubau mit einem passenden Referenzhaus verglichen. Ihr Neubau darf dabei die Werte des Referenzhauses nicht überschreiten. Wichtig sind beim Vergleich die Kennzahlen Qp für den Primärenergieverbrauch und HT´ für den Wärmeverlust. Beide Werte werden im Energieausweis festgehalten und erlauben es potenziellen Käufern oder Mietern Ihres Hauses dadurch, die Energieeffizienz Ihres Hauses abzuschätzen. Je mehr etwa Ihr Neubau die Werte des Referenzhauses unterschreitet, desto besser ist die Energieeffizienz Ihres Hauses und desto besser sind die Chancen auf Fördergelder.

Was will man mit dieser Verordnung erreichen?

  • Die EnEv definiert konkrete Anforderungen an die Gerätetechnik für Heizung, Kühlung und Belüftung Ihres Hauses, damit angenehme Temperaturen im Inneren der Räume und ein angenehmes Raumklima durch möglichst neue Geräte energieeffizient gewährleistet werden.
  • Dasselbe Ziel verfolgt die EnEV mit ihren Vorgaben für die maximalen Wärmeverluste eines Hauses. Die beste Heizungsanlage nützt nicht viel, wenn die entstandene Wärme in großem Maß aus Ihrem Haus entweicht. Ein Mindest-Dämmstandard wird deshalb sowohl für Neubauten als auch bei Sanierungsmaßnahmen vorgegeben.
  • Bei Sanierungen dürfen Sie die Außenbauteile nicht verschlechtern. Das bedeutet etwa: Sie dürfen Fenster mit Doppelverglasung nicht gegen Fenster mit Einfachverglasung austauschen. Auf diese Weise sollen Rückschritte bei der Energieeffizienz von Gebäuden vermieden werden.
  • Die EnEV fördert auch den Einsatz erneuerbarer Energien bei privaten Baumaßnahmen, um mit dieser Energieversorgung die Klimaschutzziele des Bundes zu erreichen.
  • Der neu eingeführte Energieausweis soll die Energieeffizienz eines Gebäudes für potenzielle Mieter und Käufer sowie auch für den Hausbesitzer selbst transparent machen. Er gibt Ihnen als Hausbesitzer zudem die Chance, Ihr Haus mit der Energieeffizienz anderer Häuser zu vergleichen.

U Werte, HT´-Wert: Was schreibt Ihnen die EnEV vor?

Die Straßenverkehrsordnung schreibt Fußgängern andere Regeln vor als Autofahrern, weil sie Besonderheiten der einzelnen Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Ähnlich ist das bei der Energieeinsparverordnung EnEV 2009: Sie enthält verschiedene Regeln für unterschiedliche Gebäudetypen, nur dass es hier nicht um Verkehrssicherheit, sondern um Energieeffizienz geht. So müssen Sie etwa laut EnEV 2009 unterschiedliche Vorgaben zur Energieeffizienz erfüllen, je nachdem, ob Sie Eigentümer eines Wohngebäudes oder eines Nicht-Wohngebäudes wie etwa einer Lagerhalle sind. Die Auflagen für Wohngebäude müssen alle Häuser erfüllen,

  • deren Inneres auf Temperaturen von über neunzehn Grad Celsius beheizt wird, und
  • die mehr als vier Monate im Jahr genutzt werden.

Bei Wohngebäuden unterscheidet die EnEV 2009 zudem zwischen Neubauten und Bestandsbauten, für die wiederum unterschiedliche Vorgaben gelten. Ermittelt werden diese Maximalwerte anhand eines so genannten Referenzhauses. Das Referenzhaus der EnEV hat die gleichen Abmessungen, die gleiche Lage und Bauform wie das jeweilige Gebäude, für das es Grenzwerte definiert.

Neubau

  • Für Ihren Neubau gibt die EnEV 2009 Mindestwerte (U-Werte) für Bauteile des Hauses vor, die Sie nicht überschreiten dürfen. Das bedeutet: Die Außenbauteile Ihres Hauses (etwa Außenwände und Fenster) müssen so gut gedämmt sein, dass nicht mehr als der vorgeschriebene Grenzwert an Wärme über Transmission verloren geht. Ein Beispiel: Außentüren bei Neubauten dürfen seit der EnEV 2009 maximal einen U-Wert von 1,80 W/(m²K) besitzen. Konkret bedeutet das: Durch einen Quadratmeter der Außentür dringt eine Wärmemenge von maximal 1,80 Watt, wenn sich die Temperatur im Hausinneren und Außen um ein Grad Kelvin unterscheidet. 
  • Auch für den Transmissionswärmeverlust der gesamten Außenhülle (nicht der einzelnen Bauteile) eines Gebäudes existiert ein vorgegebener Maximalwert: der HT´ Wert. Er richtet sich nach Größe und Lage eines Gebäudes. Für ein freistehendes Wohngebäude mit einer maximal 350 Quadratmeter großen Gebäudenutzfläche beträgt er beispielsweise 0,40W/(m²K)
  • Schließlich gibt es auch für den Jahres-Primärenergieverbrauch des Hauses Grenzwerte. In den Primärenergiebedarf fließt auch die Energie ein, die etwa beim Transport oder bei der Produktion von Brennstoffen wie Heizöl benötigt wird. Die Einheit für den Jahresenergiebedarf heißt „Qp“

Ihr Neubau muss die definierten Kriterien der EnEV 2009 erfüllen. Die einzelnen Bauteile dürfen die vorgegebenen U-Werte zwar unterschreiten, aber der vorgegebene Grenzwert  für den Wärmeverlust über die gesamte Außenhülle muss eingehalten werden. Und auch der Jahresprimärenergiebedarf darf höchstens dem definierten Bedarf entsprechen. Wenn Sie einen Neubau planen, sollten Sie neben der EnEV 2009 das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) beachten. Laut EEWärmeG müssen Sie regenerative Energien für einen Teil der Wärmeversorgung Ihres Haus nutzen. Eine Ausnahme besteht etwa bei besonders gut gedämmten Häusern.

Bestand

In der EnEV 2009 definierte Grenzwerte und Regeln für Altbauten werden für Sie bei bestimmten Einzelmaßnahmen an Ihrem Haus oder bei einer kompletten Sanierung wichtig. Von einer Einzelmaßnahme spricht man, wenn mehr als zehn Prozent der jeweiligen Bauteilfläche des Hauses geändert, wenn einzelne Teile geändert oder erstmalig neu eingebaut werden. Die Regeln für Einzelmaßnahmen gelten bei Außenwänden, den Fenstern und dem Dach (Dachräume oder Obergeschossdecken) des Hauses ebenso wie bei Arbeiten an Wänden und Decken, die Wohnraum von unbeheizten Räumen trennen, sowie bei fünfzehn bis zwanzig Quadratmeter großen Anbauten. Wird ein Anbau über fünfzig Quadratmeter groß, gelten für ihn die Regeln eines Neubaus.

  • Bei Einzelmaßnahmen dürfen Sie vorgeschriebenen U-Werte für die veränderten oder neu gebauten Teile nicht überschreiten. In der EnEV 2009 finden Sie die vorgegebenen Maximalwerte in Tabelle 1 von Anhang DREI. So gilt für modernisierte Außenwände etwa ein Grenzwert von 0,24W/(m²K). Falls Sie Ihr Haus komplett sanieren, wird das Referenzgebäude der EnEV für die Definition einzuhaltender Grenzwerte herangezogen. Bei mehreren geplanten Maßnahmen rückt auch Ihr gesamtes Haus ins Blickfeld. Sie können dabei beispielsweise eine Vor-Ort-Beratung eines Energieberaters in Anspruch nehmen und erhalten unter Umständen Fördergelder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Muss ich mein bestehendes Haus energetisch sanieren?

Bisher war nur von einzuhaltenden Regeln und Grenzwerten die Rede, wenn Sie Ihr Haus aus eigenem Antrieb komplett sanieren oder zum Teil sanieren. Die EnEV 2009 definiert aber auch einige Regeln, die Sie möglicherweise zu einer Sanierung zwingen.

  • Elektrische Speicherheizsysteme (so genannte Nachtspeicherheizungen), die bis 1990 in Ihr Haus eingebaut wurden, müssen Sie bis Ende 2019 gegen ein anderes Heizsystem eintauschen.
  • Alle vor 1978 in Betrieb genommenen Heizanlagen müssen sofort ausgetauscht werden.
  • Falls bisher nicht geschehen, müssen Sie sich auch über das Dämmen der obersten Geschossdecke oder des Daches und die Dämmung von Rohrleitungen Gedanken machen.

Über mögliche Ausnahmen der Reglung informieren wir Sie gerne persönlich.

Die Kosten für Maßnahmen tragen Sie unter Umständen nicht alleine. Institutionen wie die KfW Bankengruppe unterstützen sie eventuell finanziell mit Förderungen und Zuschüssen. Diese Förderungen werden bei der KfW speziell dann lukrativ, wenn Ihr Haus durch eine Sanierung einen der definierten Gebäudestandards für KfW-Häuser erreicht.

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