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Müssen Normen wirklich sein?


Normen Normen sind keine Gesetze. Normen sind auch keine Verordnungen. Aber dennoch stellen sie Regeln auf, die viele Menschen befolgen oder befolgen müssen. Alleine im Bereich der DIN-Normen gibt es etwa Normen für Stauanlagen, für Schallschutz im Hochbau, für Kleinkläranlagen, Temperaturbegriffe, für Papiermaße, Beleuchtung mit künstlichem Licht und zahlreiche andere Dinge und Produkte. Müssen all diese Normen wirklich sein? Nun, vielleicht kann man im Einzelfall über diese oder jene Norm streiten. Betrachtet man Normen ganz allgemein, so erkennt man schnell, dass unsere moderne Welt ganz ohne sie kaum funktioniert. Denken Sie beispielsweise an das DIN A4 - Papier, das die meisten Menschen für das Ausdrucken von Briefen und anderen Texten am heimischen Computer nutzen. Und nun stellen Sie sich vor, dieses Papier wäre nicht genormt, es wäre ab und an länger, dann wieder kürzer und breiter. Wie käme wohl Ihr Drucker damit zurecht? Und wie würden Ihre Briefe aussehen?

Woher stammt eigentlich das Wort "Norm"?

Das Wort "Norm" stammt ab vom lateinischen Begriff "Norma". Er bedeutet übersetzt eigentlich "Winkelmaß". Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung des Begriffs jedoch gewandelt. Heute ähnelt er eher Begriffen wie "Richtschnur", "Maßstab", "Regel" oder "Vorschrift".

Normen im Bauwesen

Auch im Bauwesen werden Sie nicht nur mit Gesetzen und Verordnungen, sondern auch mit Normen konfrontiert: Normen für die Energiebilanz von Bauwerken oder für Wärmedämmstoffe sind nur zwei einer Vielzahl von Normen, die sich oftmals aufeinander beziehen. Als Privatperson verirren Sie sich da mitunter ganz schnell in einem Normendschungel. Und dennoch: Auch die Normen im Bauwesen haben Ihren Sinn.

Ein kleiner Pfad durch den Normendschungel

Kennen Sie die Norm DIN EN 13171? Sie definiert Anforderungen an Wärmedämmstoffe und ist eine von unzähligen Normen, die rund ums Bauen und Sanieren von Häusern existieren. Aber was ist das eigentlich: eine Norm?

Eine Norm ist eine rechtlich anerkannte und durch ein Normungsverfahren beschlossene allgemeingültige und veröffentlichte Regel. Diese Regeln werden als Stand der Technik in einem Gremium herausgearbeitet und müssen alle Instanzen eines Normungsverfahrens durchlaufen, bis sie anschließend veröffentlicht werden.

Was bedeutet das genau? Es bedeutet einerseits: Sie können etwa bei normierten Bauteilen sicher sein, dass sie modernen Anforderungen an das jeweilige Bauteil genügen. Andererseits wird deutlich, dass Normen nicht von heute auf morgen entstehen oder geändert werden, sondern im Experten-Team ausgearbeitet werden. Letztlich sind Normen nicht mehr als Empfehlungen und damit erst einmal nicht zwangsläufig bindend. Allerdings werden Sie auch vor dem Gesetz als anerkannte Regeln der Technik gehandelt. Für Sie als Bauherrn bedeutet das: Mit normierten Baumaterialien sind Sie auf der sicheren Seite.

Norm ist nicht gleich Norm

Das Problem bei den Normen: Es gibt gleich mehrere Varianten mit unterschiedlichen Kürzeln. Die in Deutschland bekannteste Norm ist wohl die DIN, die Deutsche Industrie Norm, die durch das deutsche Institut für Normung herausgegeben wird. Andere deutsche Normen sind etwa die VDE-Normen, die vom Verband der Elektrotechnik stammen. Europäische Normen tragen das Kürzel EN, während weltweit internationale Normen das Kürzel ISO besitzen und von der „International Organization for Standardization“ entwickelt werden. Es gibt auch Mischvarianten, etwa die DIN-ISO Normen. Hier wurden ISO Normen vom deutschen Institut für Normung übernommen und sind damit auch zu DIN-Normen geworden.

Was leistet die DIN Norm?

Die DIN-Normen erfüllen verschiedene Aufgaben, denen sie dienen:

  • Rationalisierung: Optimierung von Abläufen, etwa in industriellen Prozessen.
  • Verständigung: Wenn etwa zwei Menschen über bestimmte Dämmstoffe nach DIN sprechen, wissen beide, was gemeint ist und welche Eigenschaften die Dämmstoffe besitzen müssen.
  • Sicherung von Gebrauchstauglichkeit. Die DIN-Norm stellt sicher, dass Sie ein jeweiliges Produkt wie etwa einen Dämmstoff auch tatsächlich für den Zweck nutzen können, zu dem Sie es gekauft haben: in diesem Fall, um Wärmeverluste Ihres Hauses zu minimieren.
  • Qualitätssicherung: Bei einem Baustoff nach aktueller DIN-Norm können Sie in der Regel sicher sein, dass der Qualität heutigen Standards entspricht.
  • Kompatibilität: Bei zueinander passenden Bauteilen, deren Eigenschaften durch DIN-Norm definiert wurden, können Sie stets sicher sein, dass auch weitere Exemplare der beiden Bauteile zusammenpassen wie etwa die Schraube zur passenden Mutter.
  • Austauschbarkeit: Ein Bauteil nach DIN-Norm lässt sich jederzeit durch ein anderes Bauteil nach derselben DIN-Norm ersetzen.
  • Gesundheit: Ein nach DIN-Norm hergestelltes Produkt enthält in der Regel keine die Gesundheit gefährdenden Stoffe.
  • Sicherheit: Stellen Sie sich vor, es gäbe beispielsweise die Norm DIN 19700 für Stauanlagen im Wasserbau nicht. Würden Sie dann sorglos über eine Staumauer spazieren?

Über das hier genannte hinaus sollen DIN-Normen ganz allgemein dem Verbraucherschutz sowie dem Umweltschutz dienen. Wie bei der allgemeinen Definition einer Norm bereits beschrieben, gilt auch für die DIN-Norm: Sie beschreibt die allgemein anerkannten Regeln und den aktuellen Stand der Technik. Mit DIN-Norm-Baustoffen bauen Sie also kein Haus von gestern.

Welche DIN Norm ist für das Bauwesen wichtig?

Es gibt eine Vielzahl von Normen, auf die Sie beim Bauen oder Sanieren eines Hauses treffen könnten. Ein im Bauwesen zentrales Normenwerk ist die DIN V 18599. Sie hat die Energiebilanz von Bauwerken zum Thema und benennt Regeln, wie sich etwa der Bedarf an Nutz-, End- und Primärenergie für die Beheizung, Kühlung, Lüftung, das trinkbare Warmwasser und die Beleuchtung von Gebäuden berechnen lässt. Das Normenwerk behandelt viele Einzelthemen, die wiederum in einzelnen Normen behandelt werden.

Kann man Normentexte irgendwo kaufen?

Wenn Sie sich intensiver mit Normen auseinandersetzen müssen oder möchten, können Sie sie über den Beuth-Verlag kostenpflichtig bestellen.
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