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Manchmal ist „heizen“ gar kein Thema


Khlen Sie haben den Winter gut überstanden. Ihre energieeffiziente Heizung hat stets für angenehme Temperaturen in Ihrem Haus gesorgt und ging mit Energie so sparsam um, dass Sie die kommende Heizkostenabrechnung nicht fürchten müssen. Das ist gut! Dann kommt allerdings der Sommer und bringt eventuell viele Tage lang Temperaturen über dreißig Grad. Plötzlich ist "heizen" gar kein Thema mehr. "Kühlen" lautet die Aufgabe der Stunde. Auch für diese Aufgabe gibt es energieeffiziente Geräte. Sie funktionieren oftmals nach einem von zwei Prinzipien: Sie transportieren in Ihrem Haus Wärme ab oder fügen Kälte hinzu. Entweder kühlen sie also beispielsweise die über eine Lüftungsanlage ins Haus einströmende Luft oder sie nehmen die Wärme aus dem Haus auf und geben sie an die Umwelt ab. Der Effekt ist derselbe: Das Hausinnere wird kühler.

Warum taugen Fußbodenheizungen nur bedingt zur Kühlung?

Moderne Wärmepumpensysteme nutzen beispielsweise die in etwa stets gleich bleibenden Temperaturen im Erdreich oder vom Grundwasser. Diese Temperaturen sind im Vergleich zu den Temperaturen von Wintertagen oftmals eher hoch. An Sommertagen sind sie im Vergleich jedoch eher niedrig und können zur Kühlung eingesetzt werden. Die Kühle erreicht dann beispielsweise über Heizkörper wie etwa Radiatoren das Rauminnere und senkt dort die Temperaturen. Flächenheizungen wie die Fußboden-, Decken- oder Wandheizung können ebenfalls zur Kühlung eingesetzt werden, wobei sich die Fußbodenheizung von allen Varianten am schlechtesten eignet. Sie könnte auch im Sommer kalte Füße verursachen, worauf viele Menschen sehr empfindlich reagieren. 

Auch der Gesetzgeber redet ein Wörtchen mit

Übrigens: Die aktuelle Energieeinsparverordnung EnEv 2009 enthält nicht nur Regeln für die Dämmung und die Wärmeversorgung eines Hauses, sondern auch für die Kühlung. Sie sollten diese Regeln kennen, wenn Sie ein Kühlungssystem für Ihr Haus installieren möchten.

Kühlen Sie lieber aktiv oder passiv?

Eine Wärmepumpe ist schon ungemein praktisch. Sie beheizt nicht nur im Winter Ihre Räume. Sie kann auch im Sommer für eine effektive Kühlung sorgen. Wärmepumpen sind also ein bisschen wie die berühmte „Eier legende Wollmilchsau“, die ihrem Besitzer auf vielerlei Art und Weise dient. Generell unterscheidet man bei der Kühlung eines Hauses mit einer Wärmepumpe das Prinzip der aktiven und das der passiven Kühlung.

Aktive Kühlung mit Wärmepumpen

Bei der aktiven Kühlung arbeiten Wärmepumpen im Vergleich zu Ihrer die Heizung unterstützenden Funktion genau in umgekehrter Richtung. Während die Wärmepumpe in heizender Funktion Wärme aus der Umgebung aufnimmt (die Sole-Wasser-Wärmepumpe etwa aus dem Erdreich) und an das Hausinnere abgibt, entzieht die Wärmepumpe bei kühlender Funktion dem Hausinneren Wärme und gibt sie an die Umgebung ab. Bei beiden Varianten werden die physikalischen Eigenschaften von Phasenübergängen genutzt. Ein Phasenübergang ist beispielsweise der Übergang des Wassers vom flüssigen in den gasförmigen Zustand und wieder zurück in den flüssigen. Bei der heizenden Funktion einer Wärmepumpe wird die Wärme beispielsweise aus dem Erdreich dazu genutzt, um ein flüssiges Kältemittel im so genannten Verdampfer zu verdampfen. Es wird also gasförmig und anschließend im Verdichter verdichtet, was zu einem weiteren Temperaturanstieg führt. Im Verflüssiger wird dem Kältemittel die Wärme entzogen und dem Heizsystem des Hauses zugeführt. Das Kältemittel wird wieder flüssig. Bei aktiv kühlender Funktion einer Wärmepumpe wird der Verflüssiger im Prinzip zum Verdampfer und der Verdampfer zum Verflüssiger. Das bedeutet: Nun wird die Wärme innerhalb des Raumes vom Kältemittel aufgenommen und ins Erdreich abgegeben. Wichtig ist neben der Qualität des Kühlgerätes auch die Qualität des Kühlmittels: beim Heizen wie beim Kühlen. Je schlechter das Kühlmittel ist, desto weniger effizient arbeitet auch die Wärmepumpe.

Passive Kühlung

Nehmen wir als Beispiel eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Sie nutzt die stets in etwa gleich bleibende Temperatur von Grundwasser, um damit im Winter die Funktion der Heizung zu unterstützen. Diese Temperatur liegt etwa im Bereich zwischen acht und zwölf Grad Celsius. Das ist im Winter oftmals relativ viel und im Sommer eher wenig. Also kann die Grundwassertemperatur im Sommer auch fürs Kühlen des Hauses genutzt werden. Das beispielsweise mit Heizkörpern, Wand- oder als Deckenheizung arbeitende Wärmeverteilsystem Ihres Hauses wird in diesem Fall zum Kälteverteilsystem. Die Wärmepumpe senkt die Temperaturen des Wassers im Heizsystem und damit auch in Ihren Räumen. Sie benötigen praktisch keine zusätzlichen Geräte und die Wärmepumpe muss weniger arbeiten als bei der aktiven Kühlung. Die Konvektion ist bei diesem System gering. Das bedeutet: Es entsteht kaum eine Luftzirkulation, die Sie als unangenehme Zugluft wahrnehmen könnten.

Passive Kühlung über die Lüftungsanlage

Wir hatten es beim vorgenannten Beispiel mit einem Wasser-Wasser-System zu tun. Die Kälte wird also über das Wasser des Heizsystems ans Haus übertragen. Luft kann jedoch ebenfalls ein Medium für die Übertragung sein. Erdreichwärmetauscher nutzen etwa die konstante Temperatur des Erdreichs zur Kühlung Ihres Hauses. Sie können beispielsweise auch mit der Lüftungsanlage Ihres Hauses verbunden sein. Die Zuluft fürs Haus nimmt dann über den Erdreichwärmetauscher Kühle auf und transportiert sie ins Rauminnere. Solch ein System hat allerdings den Nachteil, dass es deutlich träger als Systeme für die aktive Kühlung arbeitet. Hilfsenergie und Zusatzgeräte sind allerdings nicht notwendig. Luft kann wenig Energie transprotieren. So kann man mit der Lüftungsanlage auch nur die Räume etwas kühler bekommen. Eine richtige Kühlung ist es nicht.

Wie lässt sich die Kühlung einzelner Räume realisieren?

Die vorab vorgestellten Varianten zur Kühlung sind allesamt zentrale Anlagen zur Kühlung des gesamten Hauses. Aber natürlich gibt es auch dezentrale Geräte, die nur zur Kühlung einzelner Räume eingesetzt werden. Zu diesen Geräten zählen die so genannten Splittgeräte. Splitgeräte bestehen aus zwei miteinander verbundenen Komponenten. Der eigentliche Kühler und der Ventilator befinden sich im Rauminneren. Der Ventilator dient dabei der Rückkühlung der Anlage, um eine Überhitzung zu vermeiden. Draußen arbeitet der Kompressor. Wärme wird dem Hausinneren mit Hilfe dieser Geräte entzogen und nach draußen transportiert. Derartige Geräte sind hierzulande eher selten. Bei Ihrem Urlaub in südlichen Ländern könnten sie Ihnen dagegen häufiger begegnen. Wer in Deutschland eine Splitklimaanlage betreiben möchte, muss auf das Energielabel der Geräte achten, da nur Geräte mit der Einstufung „A“, „B“ oder „C“ eingesetzt werden dürfen.

Das Thema „Kühlen“ und die ENEV 2009

Ganz generell sollten Sie beim Thema „Kühlen“ darauf achten, dass Sie keine Auflagen der EnEV 2009 verletzten. Klimaanlagen werden in der EnEV 2009 definiert als

"Kombination sämtlicher Bauteile, die für eine Form der Luftbehandlung erforderlich sind, bei der die Temperatur, eventuell gemeinsam mit der Belüftung, der Feuchtigkeit und der Luftreinheit, geregelt wird oder gesenkt werden kann."

Für die Klimatisierung eines Hauses sind insbesondere die Paragrafen „§ 12 Inspektion Klimaanlagen“ und „§ 15 Kühlen und Lüften“ wichtig. Im Allgemeinen gilt beim Thema „Kühlung: Die notwendige Kühlleistung für ein Gebäude wird nach den Regeln der ENEV 2009 ähnlich wie die Heizleistung berechnet und muss die Anforderungen der Verordnung erfüllen.
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